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Medienkulturen | Russland |
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allgemeine
Daten
Russische
Föderation
Fläche:
(Weltrang: 1): 17 075 400 km²
Einwohner: (Weltrang: 6): F 1998 146 909 000 = 8,6 je km²
Hauptstadt: Moskva (Moskau) 8 718 000 Einw. (F 1995; F
1994: A 12,4 Mio.)
Amtssprache(n): Russisch
Bruttosozialprodukt: 1998 je Einw.2260 $
Währung: 1 Rubel (Rbl) = 100 Kopeken
Politische Führung: Staatsoberhaupt: Wladimir Putin,Regierungschef:
Michail
Kasjanow, Äußeres: Igor Iwanow
Landesstruktur: 7 Bezirke ( Karte ); 89 Territorialeinheiten
(Subjekte der Föderation): 21 Republiken, 1
Autonomes Gebiet, 10 Autonome Kreise, 6
Regionen, 49 Gebiete und 2 Städte mit
Subjektstatus (Moskau und St. Petersburg)
Politisches System: Präsidialrepublik seit 1991 - Verfassung
von
1993 - Parlament (Bundesversammlung):
Staatsduma (Unterhaus) mit 450 Mitgl. und
Föderationsrat (Oberhaus) mit 178 Mitgl. (je
2 Vertreter aus den 89 Subjekten der
Föderation); Wahl alle 4 J. - Direktwahl des
Staatsoberh. alle 4 J. (einmalige Wiederwahl)
-Wahlrecht ab 18 J. (jeweils Provinzen)
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Geschichte
Struckturelle
Entwicklung der Medien in Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion.
Die audiovisuelle Landschaft Russlands hat sich grundlegend verändert:
Der monolitthische Staatssender "Gosteleradio" wurde
von neuen staatlichen, staatlich-privaten und Hunderten kommerziellen
Sendern abgelöst. Mit dem Zerfall der Sowjetunion wurde die
rechtliche Grundlage des sog. "einheitlichen Informationsraumes"
bestehend aus zwei zentralen Fernseh- und vier Radioprogrammen
zerstört. Die Programminhalte blieben jedoch für die
russische Diaspora in den ehemaligen Republiken attraktiv und
wichtig. Deswegen gab es einen Versuch diesen einheitlichen Informationsraum
wieder herzustellen (Zwischenstaatliche Fernseh- und Radiogesellschaft
MIR) . Dieser Versuch hat aber gescheitert. In der ersten Jahren
der Perestrojka wurde es versucht einen mehr oder weniger offenen
Informationsraum zu schaffen. Doch mit dem Regierungseintritt
des Präsidents Jeltzin und insbesondere nach der Präsidentschaftswahl
im Juli 1996 werden die Medien zunehmend instrumentalisiert und
zur Wahlkampfspropaganda benutzt. Dabei ist die Haltung der Journalisten
und Redakteure gegenüber dem Tschetschenischen Krieg ein
Indikator für die Unabhängigkeit der Presse und insbesondere
des Hörfunk und Fernsehens. An dieser Instrumentalisierung
beteiligen sich nicht nur Regierung (Staatspräsident und
Parlament (Duma) ) und Parteien sondern auch die großen
Wirtschaftskonzerne.Die Entwicklungen im Mediensektor, die seit
1993, verstärkt seit 1996 in Russland zu beobachten sind
kann man wie folgt beschreiben:1.Monopolisierung des staatlichen
Zugriffs auf technische Sendekapazitäten2.Zentralisierung
der administrativen Zuständigkeiten für alle Print-
und elektronische Medien3.Expansion der Moskauer Sateliten-Networks
im Radio und Fernsehen4.zunehmende Feudalisierung der regionalen
Medien durch lokale Verwaltugsorgane.5Den Start der ersten digitalen
Rundfunkplattform.Die russische Regierung hat im Mediensektor
die Rolle des Regulierers, Schiedsrichters und Mitwirkenden zugleich.
In der Funktion des Regulierers hat die Regierung wegen den grundlegenden
Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Präsident und Parlament
versagt. Mit dem Zerfall der Sowjetunion entstanden im Mediensektor
viele grundlegende Probleme:
1. Der Empfang
von den zentralen Fernsehprogrammen wurde in vielen ehemaligen
Republiken, nun unabhängigen Staaten eingestellt; rusische
Diaspora war von diesem Informationsschwund am meisten betroffen.
Russische Presse wurde in diesen Regionen auch (fast) nicht mehr
verbreitet. Dadurch haben die Verlage und Rudfunkorganisationnen
fast die Hälfte ihrer Ableger verloren.Das führte zu
gravierenden finanziellen Problemen.
2. Die früher
staatlich finanzierte Fernseh- und Radio Kanäle haben nicht
mehr genug Unterstützung aus dem Haushalt bekommen. Auch
die gestiegene Werbeeinnahmen konnten die prekäre Lage nicht
verbessern. Die einzelne Redaktionen oder Programmproduzenten
haben Werbeverträge für die jeweiligen Sendestrecken
abgeschloßen und die Werbeeinnahmen meist unkontrolliert
für die eigene Zwecke verwendet. Das führte dazu, das
die Mischfinanzierung - teils staatliche Zuschüsse, teils
Werbeeinnahmen nicht mehr möglich war. Hinter der Fassade
des staatlichen Rundfunks haben sich ungeregelte kommerzielle
Strukturen entwickelt, die auf einer Privatisierung der Gewinne
und Verstaatlichung der Kosten basierten.
3. Das zunehmende
Verschwinden der Unabhhängigkeit der Medien.
Im Kampf um die politische Einflußnahme ist es Jeltzin gelungen
nach und nach die Kontrolle über die zentrale Sender zu gewinnen.
Die Aktien des ersten Kanals ORT wurden wegen seiner Zahlungsunfähigkeit
an Investoren verkauft (u.a. Beresovski, der später 26% der
Aktien an Jeltzin persönlich überschrieben hat.Desweiteren
hat er mit seinem Erlass vom 8. Mai 1998 EPTK ( "Einheitlichen
Produktions- und Technologischen Komplex der Staatlichen Elektronischen
Massenmedien.") gegründet. Dazu gehören der Fernsehsender
"Rossija"- der zweitwichtigste und landesweite Kanal,
allrusische Radiogesellschaft "Majak", Auslandssender
"Stimme Russlands", Nachrichtenagentur "Novosti",
92 staatliche regionale Radio- und Fernsehgesellschafte nund eitere
wichtige Medienunternehmen. Ziel dieser überdimensionalen
staatlichen Holding(mehr als 10000 Beschäftigte), die sogar
die Strukturen der Gosteleradio überragt war: "ökonomisch
effiziente Mechanismen zu schaffen, technologische Prozesse der
Programmherstellung und des Vertriebs vereinheitlichen werden
" Die Konsequenzen waren jedoch: - Monopolisierung und Stärkung
der staatlichen Kontrolle über alle elektronischen Mediennicht
zuletzt als Maßnahme zur Vorbereitung der Präsidentschaftswahl.
- Zentralisierung der Informatiponsstrukturen zu Last regionalen
staatlichen Medien und damit der regionalen Machtorgane, die bislang
die Informations und Personalpolitik der lokalen und und regionalen
Sennder selbst bestimmt haben. - Zentrale Aufsicht überHunderte
von Privatsendern, die nunmer auf die von Moskaukontrollierten
Sendeanlagen angewiesen sind. - Somit sind alle nicht-staatlichen
Sender (NTV, TNT, Ren-TV und TV6 die auf dem Fernsehmarkt mit
dem Telekanal Rossija konkurrieren auf die Zustimmung der Holding
angewiesen um die technischen Kapazitäten zu nutzen. Dies
ist jedoch recht bedenklich, weil die russische Verfassung die
Gleichheit der Chancen garantiert.
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Fernsehen
Fernsehen.
Sender:
Das Fernsehen ist das meistgenutzte Massenmedium in Russland.
85% der Bevölkerung sehen täglich fern, 57 % hören
täglich das Radio und nur 24% lesen Tagespresse.
1)ORT (Öffentliches
Russisches Fernsehen) Früher war er in allen Rpubliken und
auch Ostblock Ländern emfangbar. ist das erste Kanal. (Bis
31.03.1995 Ostankino) Zu Sowjetzeiten wurde Ostankino in allen
Republiken sowie in fast allen Ostblockländern ausgestrahlt.
Bei der gründung gehörte ORT mit 51% dem Staat und zu
49% neun Großbanken und Unternehmen. Da ORT während
der 5 Jahren keine Zahlungen vom Staat erhalten hat und seit der
Krise im Sommer 1998 (Rubell Entwertung) auch die Werbekunden
verloren hat, wurde der Sender Zahlungsunfähig. Um die Existenz
des Sender zu sichern wurden 25% aller Aktien aus dem staatlichem
Anteil an die private Investoren verkauft. Rupert Murdoch , der
mit Beresowski zusammen den Radiosender "Unser Radio"
gegründet hat, wollte auch ein Anteilseigner werden. Jedoch
wurde von der Duma die Gesetzvorlage angenommen, die den Verkauf
von ORT-Aktien an ausländische juristische Subjekte verbietet.
ORT kann in fast allen Staaten der ehemaligen Sowjetunion empfangen
werden(sofern die Regierungen das ermöglichen) (geschätzte
techn. Reichweite:140 Mln. Zuschauer)
2)Rossija
- (ehem. Rundfunkanstalt Gosteleradio) 2. Kanal. Gehört zu
der EPTK-Holding. Sendet Russlandweit, wird in einigen Republiken
übertragen. Wird für c.a. 2 Stunden von den regionalen
Sendern unterbrochen. Techn. Reichweite: 135 Mio. Zuschauer der
langfristige Ausfall der staatl. Finanzierung führte dazu,
das der Kanalmit kommerziellen Sendern konkurrieren mußte
und damit die Lizensauflagen als Staatsender hinsichtlich des
Anteils an Erziehungs-, Kinder- und Sozialprogrammen verletzte.
3) NTV -
(Nesavisimoje Televidenie- unabhängiges Fernsehen) ein Sender
der Most-Media-Holding (Inhaber: Wladimir Gusinski), privat .
gegründet 1993. 4. terristischer Kanal
Reichweite: max.110 Mio. Zuschauer.Der Medienmogul Gusinski gehört
zu den reichsten G7 Leuten und hatden Medienkonzern Most aufgebaut
zu dem auch Sender NTV Plus, die Zeitung "Sewodnja"
und Nachrichtenmagasin "Itogi". All diese Medien sind
regierungsunabhängig und waren ein Zeichen für Russische
Demokratie und somit Russlands eintritt in die europäische
Zivilgesellschaft.. Infolge von kritischer Berichtserstattung
über das Vorgehen der russischen Truppen im tschetschenischen
Krieg und insgesamt einer negativen Haltung zu dem neuen russischen
Präsidenten haben sie den Zorn der Regierung erregt und schon
mehrmals riskiert die Lizens zu verlieren. Als Gussinski Geld
für Investitionen brauchte, hat einen Kredit bei dem Energieriesen
"Gasprom" aufgenommen. Dieser weltgrößte
Gasunternehmen, an dem auch deuetsches "Ruhrgas" mit
fünf Prozent beteiligt ist, wird vom Staat mehrheitlich beherrscht
Der Kredit ist nur ein Hebel gewesen um den einzigen Privatsender,
der landesweit zu empfangen ist, in den Griff zu bekommen.Obwohl
dieser Kredit erst in 5 Jahren ausgelaufen wäre, hat nach
zwei Jahren der Generalstaatsanwaltschaft ein Gerichtsverfahren
gegen Gussinski wegen Zahlungsunfähigkeit. Er wurde festgenommen
und im durch Erprssung gezwungen alle Rechte auf NTV dem "Gasprom"
zu übergeben, als er entkam wollte er seine Untershrift widerrufen,
dann wurde aber erneut ein Verfahren gegen Ihn erzeugt, diesmal
wurde er der Korruption und Betrug angeklagt. Nach dem Hinterlegen
einer Kaution in Höhe der 5 Mio. $ wurde er entlassen und
ist nach Spanien geflohen, wo er im Moment unter dem Schutz der
spanischen Regierung steht. NTV wurde am Osterwochenende von Polizei
gestürmt, alle Journalisten und Redakteure wurden gekündigt
und den Sender übernommen. Um die Popularität seines
Senders TV6 zu steigern hat ein anderer Medienmogul Beresovski
den NTV Mitarbeiter in seinen Räumen Zuflucht gegeben. Jetzt
kann NTV über den TV6 Kanal empfangen werden.
Solche Versuche
durch die Wirtschaftliche, politische oder strafrechtliche Einflußnahme
die Demokratie einzuschränken sind keine Seltenheit: Die
Glasnost- Stifftung berichtete, daß es allein im Januar
1998 über 100 Fälle von Verletzung der Journalistenrechte
gegeben hätte. Amerikanische Vereinigung der freien Journalisten
hat Putin in die liste der Demokratie-Feinde aufgenommen.
- Weitere
Sender- : TV Zentr/Moskovia TV wird von der Administration der
Moskauer Kreis veranstaltet. Reichweite : max. 40Mio Zuschauer.
Liefert betont nationalistische Inhalte -- TV6 - ein Privatsender,
gehört dem Ölkonzern "Lukoil" und Beresovski.
Reichweite- etwa 110Mio.-- etwa 90 regionale Sender verwaltet
von der EPTK / VGTRK- Holding. Strahlen ihr kurzes Programm (bis
zu 2 Stunden auf dem Kanal Rossija aus. Sind in ihrer Möglichkeiten
der Beeinflußung der Informationspolitik durch Moskau determeniert.
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Print
Presse Die
Presse hat im großen und ganzem unter den gleichen Problemen
wie Rundfunk- und Fernsehsender zu leiden. Nach dem Zerfall der
Sowjetunion haben viele Tageszeitungen ihre Ableger verloren.
Geringes Durchschnittseinkommen und schwachen Vertriebstrukturen
wirken sich an den Verkaufseinnahmen aus. (1997 ist die Gesamtauflage
russischer Zeitungen im Vergleich zum Jahr 1991 um 750% zurückgegangen,
der Zeitschriften um 500%. Auf 1000 Einwohner Russlands entfallen
etwa 200 Exemlare der Printmedien. Die Produktionskosten werden
nicht mehr gedeckt. Presse ist nun auf die Investitionen der großen
Konzerne angewiesen, diese profitieren ihrerseits von der Situation
und sind an der meinungsbildenden politischen Einflußnahme
interessiert. Eine der wenigen nicht parteischen Zeitungen ist
die Novaja Gazeta- ("Die neue Zeitung")"Isvestija"-
pro regierung, aber solide Information, viele solide Zeitungen
wurden zu skandalsüchtigen Boulevardpresse.
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Internet
Internetähnliche
Technologien, die einen elektronischen Datenaustausch innerhalb
des Landes möglich machten, kamen schon 1980 zum Einsatz.
Diese Systeme waren jedoch nur militärisch - wissenschaftlichen
Einrichtungen vorbehalten.
- 1993 wurde
die Internet Domäne "ru" registriert. Der Zugang
zum globalen Netz wurde erröfnet.
- 1995 erste
russische Internet- Werbung
- 1996 -
erste russische erotik- Seite
- 1998 -
Politik im WWW: die Rede Präsidents Jeltzin wurde im Internet
veröffentlicht; ab dem Jahr ist auch Home - Banking möglich.
- Online
- Shopping ist noch sehr unterentwickelt wegen den gravierenden
Problemen auf dem Kreditkarten
- Markt
Internet gewinnt immer mehr an der Popularität (sieh Tabelle)
und der Anzahl der Einwohner Russlands mit einem Internet - Zugang
wächst dynamisch an.Auch setzen traditionelle Medien auf
die Präsenz im Internet: zur Zeit sind Links von mehr als
650 Ptintmedien und Informationsagenturen 100 Radiostationen und
150 Fernsehsendern ermittelbar.
Einige der der GUS- Republiken (Turkmenistan und Tadschikistan)
haben jedoch immer noch keinen Zugang zum WWW.
Probleme:
- Geringe
Belastbarkeit der unterentwickelten Telefon- Netze, sowie eine
geringe Telefondichte (180 Apparate auf 1000 Einwohner)
- Niedriges
Durchschnittseinkommen (ein Lehrer müsste für ein Monatsabonnement
etwa die Hälfte seiner Bezüge ausgeben). Auch die fehlenden
Vorschriften zu dem elektronischen Zahlungsverkehr erschweren
die Nutzung der WWW von Zuhause. Nutzungsgebühren werden
entweder nach der Nutzungsdauer (1,- $ pro Stunde) oder im Monatsabo
(etwa 35,- $) berechnet.
- Die niedrige
PC- Dichte in den Russlands Privathaushalten.
Zusammensetzung
der Nutzer:
- 90% der
Nutzer des russischen Internets sind Einwohner Russlands, 10%
kommen aus den GUS Republiken bzw. aus anderen Ländern.
- 55% haben
eine Hochschulbildung
- 18% sind
Studenten oder Schüler
- Frauen
- weniger als 20% der Nutzer. (Daten: Komkon-2 und Gallup Media)
Die aktuelle
Raiting Liste der Web-Sites:
1.Mail Ru
2. Businnes
Consulting
3. Lenta.Ru
4. Gazeta.Ru
5. Witze.
6. SportExpress
7. Chat
( www.krovatka.ru )
Links: -
www.au.ru "AU!" - der umfangreichste Katalog russischsprachiger
Webseiten - www.rambler.ru
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Quellen
Hans-Bredow-Insititut
für Rundfunk und Fernsehen an der Universität Hamburg.
Internationales Handbuch für Rundfunk und Fernsehen. Baden-Baden:
Nomos, 2000.
Statistische
Jahrbuch / Europäische Audiovisuelle Informationsstelle:
Filmindustrie, Fernsehen, Video und Neue Medien in Europa. Straßburg:
Informationsstelle, 1999
www.gezeta.ru
www.mig-news.com
www.spiegel.de
www.bbc-world.com
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