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Fernsehen
Die Niederlande
haben seit den 20er-Jahren ein in der Welt einzigartiges öffentliches
Rundfunksystem: Die Programme werden von sieben Rundfunkgesellschaften
auf weltanschaulicher Grundlage gestaltet. Darüber hinaus
gibt es die Niederländische Rundfunkprogrammstiftung (NOS),
in der alle öffentlichen Sendeanstalten zusammenarbeiten,
sowie die Niederländische Programmstiftung (NPS), die vor
allem Kultursendungen und Programme für Jugendliche und ethnische
Minderheiten ausstrahlt. Finanziert wird der öffentliche
Rundfunk aus den Rundfunkgebühren, die fast alle Haushalte
entrichten, und aus Werbeeinnahmen. Für die Rundfunkwerbung
ist die Organisation Stichting Ether Reclame (STER) zuständig.
Die Werbeblöcke werden zwischen den verschiedenen Sendungen
ausgestrahlt; Programmunterbrechungen durch Werbung sind den öffentlichen
Sendern nicht erlaubt.
Marktanteile
der wichtigsten Sender:
Nederland 1 13 %
TV2 17 %
Nederland 3 10 %
RTL4 18 %
RTL5 4 %
Veronica 10 %
SBS6 10 %
TV10 2 %
TMF 1 %
Andere 12
Nederland
1:
Vielfältiges Angebot, indem Moral und Werte besonders betont
werden. Besonders bei Fernsehspielen und Information.
TV2:
Kanal hat Schwierigkeiten, eine klare Identität zu finden:
Familiensendungen, Sport, Dokumentationen, religiöse Sendungen
machen ihn aber zum am meisten gesehenen öffentlichen Kanal.
Nederland
3:
Kultur und Information stehen im Mittelpunkt, auf diese Weise
werden gebildetere Zuschauer angesprochen.
RTL4:
Familiensender, besonders bei Hausfrauen beliebt. Marktführer
in den Niederlanden.
RTL5:
Richtet sich mit einer Mischung aus Filmen, Nachrichten, Reality-Sendungen,
Sport, Kabarett und Erotik an erwachsene Männer.
Veronica:
Hauptsächlich auf junge Leute ausgerichtet mit einem Programm
voll mit Action, Sensationen, Dramatik und Sex. Veronica ist der
einzige Anbieter mit einer eigenen Programmzeitschrift
SBS6:
Ist auf ein jüngeres und weniger gebildetes Publikum ausgerichtet.
Verfügt über ein starkes Angebot an Spielfilmen und
über einen Programm-Mix aus Reality-Shows, regional ausgerichteten
Nachrichten und Sex.
TMF:
Erfolgreicher Konkurrent für MTV, zeigt Videoclips und Musikprogramme,
mit einem Schwerpunkt auf niederländischen Produktionen,
ist populär bei jungen Zuschauern.
Außer
den niederländischen Sendern können via Kabel oder Satellit
empfangen werden:
VRT1 und 2, BBC 1 und 2, ARD, ZDF, West 3, Nord 3, RTL Television,
MTV, CNN, TNT, Eurosport, TV 5, Rai Uno, NBC Superchannel., MBC,
TRT, Discovery, Cartoon Network, Childrens Channel, RTBF und andere.
Programmproduktion:
NOB ist noch immer der größte Anbieter von Studios
und technischen Anlagen in den Niederlanden. NOB ist an vielen
kleineren Produktions- und Ausstattungsgesellschaften in den Niederlanden
beteiligt und expandiert auch ins Ausland, vor allem nach Deutschland
und Osteuropa.
Endemol ist die stärkste unabhängige Produktionsfirma
in den Niederlanden, sie besitzt eine große Zahl von Formaten
und Stars (Gründung 1993).
Der niederländische Fernsehmarkt ist eine Art Versuchsmarkt
für Endemol-Sendungen; erfolgreiche Formate werden dann in
andere europäische Staaten exportiert. Endemol produziert,
hauptsächlich für private Anbieter Game-Shows, Soap-Operas,
Talkshows und Fernsehspiele.
Das durchschnittliche
Kabelnetz bietet 30 Fernseh- und 34 Radioprogramme, zu einem monatlichen
Preis von 21 Gulden. Schon 1991 verfügten 91 % der Haushalte
über einen Kabelanschluss.Trotz der Tatsache, dass Film Net/Canal
Plus schon seit 16 Jahren auf dem Markt existiert, ist Pay-TV
noch kein besonders profitables Geschäft in den Niederlanden.
Die Quoten bezüglich der Programminhalte wurden akzentuiert:
Die öffentlichen Sender müssen 35 % Information und
Bildung bringen, 25 % Kultur (wovon die Hälfte aus Kunst
bestehen soll), 60 % der Sendungen müssen auf niederländisch
ausgestrahlt werden, 50 % mit Untertiteln für Schwerhörige
versehen sein. Unterhaltung darf pro Kanal 25 % nicht übersteigen.
Die Filmindustrie
spielt in den Niederlanden eine eher untergeordnete Rolle: Jährlich
werden zehn bis fünfzehn Spielfilme produziert, zum Teil
als Gemeinschaftsproduktion mit anderen Ländern. Einige dieser
Filme hatten auch im Ausland Erfolg. 1987 wurde Fons Rademakers
für "De Aanslag" (Der Anschlag) der Oscar für
den besten nicht englischsprachigen Film verliehen. 1996 bzw.
1998 erhielten Marleen Gorris und Mike van Diem dieselbe Auszeichnung
für "Antonia" bzw. "Karakter". "Robocop"
und "Basic Instinct" von Paul Verhoeven und "Speed"
und "Twister" von Jan de Bont wurden zu internationalen
Kassenschlagern. Schauspieler wie Rutger Hauer, Renée Soutendijk
und Jeroen Krabbé sind im Ausland ebenso bekannt wie in
den Niederlanden. "Left Luggage" (Kalmans Geheimnis),
bei dem Jeroen Krabbé die Regie führte, lief in über
vierzig Ländern.
Das Internationale
Filmfestival Rotterdam (Februar) und das Internationale Dokumentarfilmfestival
in Amsterdam (Dezember) erfreuen sich international immer größerer
Beliebtheit. Weitere Festivals sind das World Wide Video Festival
(April) und das Niederländische Filmfestival in Utrecht (September).
Auf dem Gebiet des Dokumentarfilms haben die Niederlande einige
große Namen vorzuweisen. Johan van der Keuken etwa hat sich
mit seinen künstlerischen Filmen auch im Ausland Ansehen
erworben.
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