Luxemburg
 

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Europische Medienkulturen | Luxemburg

allgemeine Daten

Die Landesfläche Luxemburgs beträgt 2 586 km². Die Hauptstadt des Großherzogtums ist Luxemburg. 441 300 Einwohner hat der Staat Luxemburg (französisch Luxembourg, luxemburgisch Letzebuerg) und in einem Haushalt leben durchschnittlich 2,73 Personen. Der Ausländeranteil beträgt 37,3% (Portugiesen, Italiener, Franzosen, Deutsche) und rund 90% der Bevölkerung sind katholisch.
Luxemburgisch (Letzebuergesch) ist neben Französisch und Deutsch Amtssprache in Luxemburg und entwickelte sich auf der Grundlage einer moselfränkischen Mundart zur Schrift- und Verkehrssprache.
Luxemburg ist eine konstitutionelle Erbmonarchie mit einem parlamentarisch-demokratischem Regierungssystem. Staatsoberhaupt ist der Groß-Herzog. Er beruft als Exekutivorgan die Regierung unter der Leitung des Staatsministers. Legislative ist die Abgeordnetenkammer mit 60 Mitgliedern. Als beratendes Organ fungiert der aus 21 Mitgliedern bestehende Staatsrat. Als Gründungsmitglied der UN (1945), des Brüsseler Paktes (1948), der NATO (1949), der Montanunion (1951) und der EWG (1957) spielt Luxemburg in Europa eine wichtige Rolle. Die Stadt Luxemburg ist zudem Sitz zahlreicher EU-Einrichtungen: Sekretariat des Europäischen Parlaments, einige Dienststellen der Kommission der EU, Europäischer Gerichtshof, Europäischer Rechnungshof und Europäische Investitionsbank.

Fernsehen

Nur 1% der luxemburgischen Haushalte verfügen über keinen Fernseher. Neben dem luxemburgischen Fernsehsender RTL Tele Letzebuerg können die Zuschauer etwa 30 ausländische Programme empfangen.
RTL Tele Letzebuerg hat die höchsten Marktanteile in Luxemburg. Danach folgen die ausländischen Sender RTL Television, ARD, TF1, PRO 7 und ZDF. Neben TF1 werden wenig francophone Sender konsumiert. Bei den belgischen Sendern liegt die Zuschauerbeteiligung unter einem Prozent.

Marktanteile der Fernsehdienste: 98-99
RTL Tele Letzebuerg 15,5%
RTL 11%
PRO 7 9,4%
ARD 7,6%
SAT.1 6,2%
ZDF 6,1%
RTL 2 2,9%
TF 1 9,4%
M6 4%
France 2 2,9%

CLT

Das Rundfunksystem in Luxemburg wird von der Compagnie Luxembourgeoise de Télédiffusion (CLT) kontrolliert.
Seit der 1997 erfolgten Allianz zwischen der CLT, der belgischen Groupe Bruxelles Lambert und der Bertelsmann AG nennt das Unternehmen sich CLT-UFA S.A..
Die CLT besaß seit Anfang der dreißiger Jahre bis 1991 eine absolute Vormachtstellung. Ihre Aktivitäten beruhen heute auf einem Konzessionsvertrag mit der Regierung, der Ende April 1995 für weitere 15 Jahre verlängert wurde.
Die Verselbstständigung von Programmaktivitäten der CLT-UFA, zum Beispiel in die Bundesrepublik, nach Belgien, den Niederlanden, Frankreich hat dazu geführt, dass diese Aktivitäten etablierte und erfolgreiche Bestandteile der jeweiligen nationalen Rundfunksysteme der Zielländer geworden sind.
1995-96 kam es zu einer Straffung und Abschottung der Kapitalstruktur der CLT, nachdem die beiden Haupteigner, die belgische Groupe Bruxelles Lambert (GBL) und die französische Havas durchsetzten, dass der kontrollierende Einfluss der gemeinsamen Holding Audiofina auf fast 100 % des Gesellschaftskapital ausgedehnt wurde. Im Verwaltungsrat von CLT waren vor 1995/96 hauptsächlich luxemburgische Staatsbürger, jetzt sind nur vier luxemburgische Staatsanghörige im Verwaltungsrat; der Vorsitzende muss immer luxemburgischer Staatsbürger sein. Der Generaldirektor muss sich dazu verpflichten, seinen Wohnsitz in Luxemburg zu haben (Dan Arendt 1998). Er ist zuständig für die vor Ort angesiedelten Aktivitäten. Es ist ein Einflussschwund Luxemburgs auf die Geschicke der CLT-UFA festzustellen. Aufgrund dessen besteht die Befürchtung, dass der Standort Luxemburg im Gesamtgefüge der CLT-UFA an Bedeutung verlieren wird und allenfalls als Gesellschaftssitz auf dem Papier sowie als Domizil der Finanzholding zur Verwaltung der CLT-UFA-Beteiligungen dienen wird.
Im Jahr 2000 hat die CLT-UFA mit der britischen Firma Pearson TV fusioniert. Die Gruppe kontrolliert 22 Fernsehsender und 18 Radiostationen in 11 Ländern. Sie produziert 10.000 Programmstunden pro Jahr. Außerdem gibt die Gruppe 160 Millionen Internetseiten heraus.
Die Gruppe Bertelsmann hat in die gemeinsame Gesellschaft seine Fernseh- (RTL Television, RTL2, VOX, Premiere), Radio- und Produktionsbeteiligungen mitsamt der Programmrechte eingebracht und hat sich seinen Anteil von 50 % mit einer einmaligen Abfindung von 1,5 Milliarden DM an Audiofina gesichert. CLT/UFA kontrolliert oder ist beteiligt an mehr als 20 Fernseh- und 23 Radioprogrammen in elf europäischen Ländern. Die Vergabe von Sendelizenzen an international ausgerichtete Radio- und Fernsehprogramme, die teilweise auch luxemburgische Frequenzen benutzen, ist vorgesehen. Folgende CTL-Programme machen von dieser Möglichkeit im Fernsehbereich Gebrauch: RTL Television (Köln), RTL 4 und 5 (Hilversum), RTL 9 (Metz), RTL TVi und Club RTL (Brüssel), RTL 7 (Warschau).


Auf dem Gebiet der Verteilung von Fernsehprogrammen über Satellit konnte die in Luxemburg ansässige Société européenne des satellites (SES) ihre Vormachtstellung in Europa ausbauen. Das von ihr betriebene Astra-System verfügt über neue Satelliten mit einer Kapazität von 178 aktiven Transpondern, über die mehr als 400 Fernseh- und mehr als 300 Radioprogramme sowohl im digitalen als auch im analogen Übertragungsmodus ausgestrahlt werden.
Das Astra-System hält europaweit einen Marktanteil von über 80 Prozent in der Übertragung von Fernsehprogrammen. Ende 1998 beteiligte sich SES mit 34 Prozent am Kapital des chinesischen Satellitenbetreibers AsiaSat (Hong Kong). Die kombinierte Ausstrahlungszone der beiden Satellitensysteme erlaubt heute, 74 % der Weltbevölkerung auf drei Kontinenten zu erreichen. Die Gesellschaft ist bestrebt, das weltumspannende Potential ihres Systems durch eine Partnerschaft mit einem amerikanischen Satellitenbetreiber zu vervollständigen. SES operiert, genau wie die CLT, im Rahmen eines von der luxemburgischen Regierung gewährten Konzessionsvertrags, der der öffentlichen Hand einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Programmpolitik sichert.

Als rechtliche Grundlagen sind insbesondere das Mediengesetz von 1991 (loi du 27 juillet 1991 sur les médias électroniques) zu nennen. Es schaffte nicht nur formell das Rundfunkmonopol der CLT ab, es regelt auch den Einsatz neuer Übertragungsmittel wie Teletext, Videotext, Kabelnetze, Satellit sowie terrestrische Sender. Das Gesetz von 1991 ersetzte das Gesetz von 1929, dessen liberale Ausrichtung Luxemburgs Aufstieg zum bedeutenden Medienstandort während der vergangenen 60 Jahre förderte und am Ursprung der Entfaltung der CLT zum ersten kommerziellen Medienkonzern mit europäischer Bedeutung stand.

In Luxemburg wurde zudem eine unabhängigen Rundfunkkommission (Commission indépendante de la radiodiffusion), zuständig für Sendegenehmigungen und Überwachung der gesetzlichen Vorschriften, sowie ein beratendes Programmüberwachungsgremium (Conseil national des programmes) gegründet.

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Radio

Heute gibt es neben zwei nationalen, vier regionale und zwanzig lokale Radiosender in Luxemburg. Für die Mehrheit der luxemburgischen Bevölkerung ist das Radio die Informationsquelle Nummer 1.
Seit 1991 (Liberalisierungsgesetz) hat die CLT auf dem luxemburgischen Rundfunkmarkt eine gewisse Konkurrenz bekommen: vier kommerzielle, so genannte regionale Radio-Anbieter, die durch eine Vernetzung von Frequenzen eine fast flächendeckende Reichweite erreichen.

Im Hörfunkbereich gibt es Pläne, DAB (Digital Audio Broadcasting) einzuführen. Zu diesem Zweck wurde 1998 eine DAB-Plattform gebildet, die sechs Hörfunkanbieter vereinigt (RTL, RSC, Radio Latina, DNR, Radio Ara, Eldoradio). Diese Plattform fordert eine Starthilfe von der Regierung in Form einer staatlichen Beteiligung an den digitalen Ausstrahlungskosten während der Übergangsperiode, wo Radioprogramme sowohl analog als auch digital verbreitet werden.

Das französische RTL-Radioprogramm wird auf luxemburgischer Langwellenfrequenz ausgestrahlt und unterliegt formal gesehen der luxemburgischen Obhut.

Es gibt zwei UKW-Frequenzen mit landesweiter Verbreitung: Eine Frequenz gehört der CLT, die andere einer öffentlich-rechlichen Rundfunkanstalt: "Etablissement public de radio socio-culturelle" (RSC).
Die lokalen Frequenzen wurden verknüpft: 1992 entstehen vier regionale Sender, die Beschränkungen unterliegen, zum Beispiel darf keiner der Teilhaber mehr als 25 % der Anteile an diesen Sendern halten, um eine übermäßige Konzentration zu verhindern.

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Print

Die Presse reflektiert die verschiedenen Aspekte des politischen, sozialen, kulturellen und sportlichen Lebens.
Die Tages- und Wochenzeitungen kann man hauptsächlich in französischer oder deutscher Sprache kaufen. Zudem gibt es auch Zeitungen in englischer, portugiesischer oder luxemburgischer Sprache. Die vier luxemburgischen Tageszeitungen sind: Luxemburger Wort, Tageblatt, Lëtzebuerger Journal und Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek.

Auflage der Zeitungen 1996:

Luxemburger Wort 87.561
Tageblatt 28.306
Télécran 43.553
Revue 31.743
Républica in Lorrain 17.000
Letzebuerger Journal 14.000
Zeitung vum Letzbuerger Vollek 8.000
D'Letzeburger Land 6.500

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Internet

1998 benutzten 11 % der Bevölkerung des Großherzogtums Luxemburg Internet.
Rund 7 % aller Haushalte verfügen über eine eigene Internet-Adresse. Ende 1998 gab es über 3.000 Websites.
Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft betreibt Luxemburg 73.000 Computer pro 100.000 Einwohner. Damit ist Luxemburg an 1. Stelle vor den USA platziert (46.000 Computer pro 100.000 Einwohner). Ein Luxemburger von Dreien verfügt über einen Internetzugang.
40 % der Grundschulen und 100 % der Sekundarstufen verfügen über einen Internetzugang. In der Primarstufe gibt es einen Computer für 19 Schüler; in der Sekundarstufe einen Computer für 11 Schüler.
Mehr als 3000 luxemburgische Internetseiten sind aktiviert ; davon sind cirka 1.000 Seiten privat. Mehr als 5.000 Firmen verfügen über eine E-Mail-Adresse und einen Internetzugang.
Generell werden Bücher im Netz gekauft. Die Sujets Musik, Video, Ticketkauf sind die häufigst konsultierten Seiten im Netz. Finanzielle Transaktionen rangieren an fünfter Stelle.

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Quellen

Hans-Bredow-Insititut für Rundfunk und Fernsehen an der Universität Hamburg. Internationales Handbuch für Rundfunk und Fernsehen. Baden-Baden: Nomos, 2000.

Statistische Jahrbuch / Europäische Audiovisuelle Informationsstelle: Filmindustrie, Fernsehen, Video und Neue Medien in Europa. Straßburg: Informationsstelle, 1999

www.government.lu (Juni 2001)

www.RTL.lu (Juni 2001)

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