Frankreich
 

Allgemeine Daten

Amtliche Bezeichnung "République Française", Hauptstadt ist Paris.

Frankreich ist eine demokratisch-parlamentarische Republik mit starker Stellung des Staatspräsidenten. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Assemblée Nationale  (577 Abgeordnete), die direkt auf fünf Jahre gewählt wird und dem Senat (321 Mitglieder). Der auf sieben Jahre direkt vom Volk gewählte Staatspräsident ist zugleich Staatsoberhaupt, Vorsitzender des Ministerrats (ernennt und entlässt den Ministerpräsidenten) und Oberbefehlshaber der Streitkräfte.
Frankreich ist in 22 Régions mit 96 Départements aufgeteilt, die sich wiederum in Kreise und Kantone aufteilen. Korsika besitzt Sonderstatus. Die Verwaltung ist zentralistisch organisiert.

Auf einer Fläche, die eineinhalb mal so groß wie die Fläche von Deutschland ist (543 964 qm) leben 60,4 Mio. Einwohner (16 % der EU), davon sind 4 Mio. Ausländer und 1,5 Mio. ausländische EU-Bürger.

81 % der Einwohner sind Katholiken, 7 % Muslime, 1,6 % Protestanten und 1,3 % Juden. Die Amtssprache ist Französisch, regional wird Deutsch, Flämisch, Bretonisch, Okzitanisch, Baskisch, Katalanisch und Korsisch gesprochen.

Das Bruttosozialprodukt pro Kopf beläuft sich auf 26.300 US$, die Arbeitslosenquote beträgt zur Zeit 11 %.

 

Rundfunk

bis 1982
unterstand der Rundfunk dem Monopol des Staates
1982 29. Juli: Verabschiedung eines neuen Rundfunkgesetzes, das eine Medienliberalisierung zur Folge hatte
18 private Hörfunksender werden legalisiert
Conseil supérieur de l´audiovisuel (CSA)

Der CSA ist eine unabhängige Medienkontrollbehörde, die 1982 im Zuge der Medienliberalisierung gegründet wurde (heißt seit 1989 CSA).

Ihm sind alle französischen Fernseh- und Hörfunknetze - mit Ausnahme des deutsch-französischen Senders Arte - unterstellt, um die Unabhängigkeit der Medien (besonders gegenüber der politischen Gewalt) zu gewährleisten.

Aufgaben
des CSA:
  • wacht darüber, dass alle Radio- und Fernsehunternehmen ihren rechtlichen Verpflichtungen nachkommen
  • erteilt Frequenzen und ernennt Leiter der öffentlichen Sendeanstalten
  • achtet darauf, dass politischer Pluralismus, freier Wettbewerb, Jugendschutz und die Pflege der französischen Sprache gewährleistet sind
  • hat per Gesetz Sanktionsgewalt, d.h. er darf Strafen verhängen und Sendungen absetzen
Der CSA besteht aus neun Mitgliedern, die je zu einem Drittel von den drei höchsten Amtsinhabern der Republik ernannt werden: dem Staatspräsidenten, dem Senatspräsidenten und dem Präsidenten der Nationalversammlung. Der Präsident des CSA wird vom Staatspräsidenten ernannt.  Die Mitglieder werden für sechs Jahre berufen, wobei ein Drittel alle zwei Jahre erneuert wird. Um ihre Unabhängigkeit zu gewährleisten, können sie nicht abgesetzt und nicht erneut bestellt werden.
 

Radionutzung

1997 hörte die Gesamtbevölkerung ab 4 Jahren im Durchschnitt täglich 5 Stunden Radio
Das ist eine Erhöhung der Hörfunknutzung im Gegensatz zu 1982 (233 Minuten täglich) um eine Stunde auf 300 Minuten.
Eine Untersuchung von 1997 bezüglich der “kulturellen Gewohnheiten der Franzosen” des Ministeriums der Kultur und Kommunikation mit 3.000 Personen ab 15 Jahren hat gezeigt, dass in den letzten 15 Jahren kaum Unterschiede in der Radionutzung auftraten: die durchschnittliche wöchentliche Radionutzung liegt stabil bei ca. 15 Stunden.
Es wurde die Tendenz festgestellt, dass mittlerweile Radiovollprogramme reinen Musiksendern wieder vorgezogen werden.

Marktanteile der Radiosender 1999
 


Die reichweitenstärksten Radioprogramme Sept.-Dez. 1999


  Öffentliche Sender:
 

France Inter
France Info

9,6 %
5,8 %
  Private Sender:
  RTL
Europe 1
RFM
NRJ
Skyrock
Chérie FM
Radio Nostalgie
Europe 2
Fun Radio

16,5 %
9,5 %
5,4 %
4,4 %
4,0 %
3,5 %
3,0 %
2,7 %
2,1 %

  (Quelle Médiametrie)
Fernsehen

bis 1982
Fernsehen unterstand dem Staat
1984 Gründung des Privatsenders Canal Plus
1987 zum ersten Mal wird ein öffentlicher Sender, TF 1, privatisiert
1990 Gründung des deutsch-französischen Kultursenders Arte
1992 Zusammenschließung der öffentlichen Sender France 2 und France 3 zu France Télévision
seit 1994 sendet der öffentliche Sender La Cinquième nicht mehr als Vollprogramm sondern teilt sich seine Frequenz mit dem Sender Arte und sendet somit von 06.00 h bis 19.00 h

Die Fernsehsender

Innerhalb von 10 Jahren ist das Angebot französischer Fernsehsender von 3 auf über 30 gestiegen, davon:
- 7 terrestrische Sender
- mehr als 20 Kabelprogramme
- außerdem über 250 Programme, die über Satellit empfangen werden können

   
France 2 und France 3




Seit 1992 sind France 2 und France 3 zu France Télévision zusammengeschlossen.
France 2 ist ein landesweites Vollprogramm mit der Aufgabe zu informieren, zu unterhalten und zu verwalten.
France 3 ist sowohl national als besonders auch regional ausgerichtet - es sendet zu bestimmten Tageszeiten regionale und lokale Nachrichten und Sendungen.
arte




Der deutsch-französisch-belgische Kultursender Arte existiert seit dem 2. Oktober 1990.
Sendezeit: 19.00 h - 03.00 h
Programminhalte: hauptsächlich Themenabende - Filme, Reportagen, Gespräche
Einschaltquoten sind nicht sehr hoch, aber steigen beständig: 1997 in Deutschland 5,6 Mio. regelmäßige Zuschauer in Frankreich 19 Mio. und in ganz Europa 27 Mio. Zuschauer.
La Cinqiuème


Seit dem 14. Dezember 1994 belegt La Cinq die gleiche Frequenz wie Arte in den von Arte nicht genutzten Zeiten von 06.00 h - 19.00 h.
Es ist das erste französische Bildungsprogramm, das “Wissen vermitteln sowie Ausbildungs- und Beschäftigungsinformationen weitergeben” soll.
Programminhalte: Bildungsprogramme sowie zahlreiche Dokumentarfilme für das breite Publikum und besonders für Schüler.

TF 1


Privatsender; ehemals öffentlicher Sender, wurde 1987 privatisiert und wird seitdem von dem mächtigen Bauunternehmen Bouyghes betrieben.
TF 1 ist der größte und älteste Sender in Frankreich.
Vollprogrammsender für das breite Publikum
Schwerpunkte: Spiele, Sport, Unterhaltung, Filme


Canal Plus


Ältester französischer Privatsender (Gründung 1984).
Der verschlüsselte Pay-TV-Sender, der über 9 Spartenprogramme anbietet, hat mehr als 6,5 Mio. Abonnenten und bei ca. 24 Mio. Fernsehhaushalten eine Reichweite von 27 % (ungleich MA).
vgl. Deutschland: Premiere World hat ca. 2 Mio. Abonnenten und bei ca. 38 Mio. Fernsehhaushalten eine Reichweite von ca. 5 %
Canal+ ist der erfolgreichste französische Fernsehsender
Erfolgreichste Sendungen sind Kinofilme und Sportereignisse
Canal+ wurde von Générale des Eaux übernommen.

M 6


Privatsender, der mehrheitlich der Compagnie luxembourgeoise de télédiffusion (CLT) und der Lyonnaise des Eaux-Dumez angehört.
M6 ist ein Vollprogrammsender mit Schwerpunkt Fernsehfilm am Vorabend und Musik.
Die Hälfte der Zuschauer sind unter 35 Jahre.



Marktanteile der Fernsehdienste 1999



Fernsehnutzung

83 % der Franzosen empfangen nur die terrestrischen Sender !
Der Marktanteil der 7 großen terrestrischen Fernsehsender liegt deshalb bei 95 %.
Knapp ein Drittel der Haushalte (27 %) abonnieren Programmpakete mit verschiedenen Spartenprogrammen bei dem Pay-TV-Anbieter Canal +
Mehr als 3 Mio. Haushalte sind mit Parabolantennen ausgestattet und die Hälfte davon hat den Grundservice abonniert, der 15 Programme anbietet (zusätzlich zu den terrestrischen Programme französische Spartenprogramme und einige ausländische Sender (BBC, MTV, CNN, ZDF u.a.).

1997 sah die Gesamtbevölkerung ab 4 Jahren im Durchschnitt 4:40 h täglich fern.
Der Zuschaueranteil der privaten Sender liegt bei 55,4 %, der der öffentlichen Sender bei 45,6 %,
Laut der Untersuchung von 1997 (s. “Radionutzung“) gibt es in den letzten 25 Jahren einen deutlichen Anstieg beim TV-Konsum zu verzeichnen: 77% der Franzosen sehen täglich oder fast jeden Tag fern (1973 waren es nur 65%).
Die durchschnittliche wöchentliche Nutzung beläuft sich auf mehr als 22 Stunden (5 h mehr als ´73). Also wird sowohl häufiger als auch länger täglich ferngesehen (betrifft tatsächliche Fernsehnutzung und nicht die Zeit, in der der Fernseher eingeschaltet ist). Dies gilt für alle soziale Schichten (Intellektuelle und leitende Angestellte sehen am wenigsten fern) und alle Altersgruppen (ältere Leute sehen mehr fern).
Unabhängig vom Anbieter sehen die französischen Zuschauer am liebsten Spiel- und Fernsehfilme, Unterhaltungssendungen und Informationssendungen (Nachrichten, Magazine und Dokumentarfilme). Die 20-Uhr-Nachrichten von TF1 und France 2 erzielen landesweit die höchsten Einschaltquoten.

Programmstruktur Fernsehen (1997)

Fiktionale Programme (Fernseh-/ Spielfilme, Serien) haben in den letzten Jahren zugenommen und nehmen jetzt 27,8 % der Sendezeit ein.
Unterhaltungssendungen sind weniger geworden und entsprechen 13,5 % der Gesamtsendezeit.
Informationssendungen liegen bei 9,4 %, Magazine und Dokumentarfilme haben etwas zugenommen und liegen jetzt bei 23,3 %.
Sportsendungen beanspruchen nur 3,4 % (entspricht ungefähr der Werbezeit).
Jugendprogramme haben abgenommen und nehmen 7,7 % der Zeit ein.

 

Print

Geschichte

Nach dem 2. Weltkrieg wurde eine völlige Neuordnung des Pressewesens (Säuberung der kollaborierenden Presse) vorgenommen. Deshalb ist die aktuelle französische Presselandschaft eine der jüngsten Europas.
Seit den sechziger Jahren traten starke Konzentrationsprozesse ein, die die Anzahl der Zeitungstitel von 207 auf 80 fallen ließ.
1984 / 1986 wurden Gesetze zur Vermeidung der Pressekonzentration eingeführt ("Loi Anti-Hersant"), nach denen eine Pressegruppe nur 30% der Zeitungen kontrollieren darf.

Eckdaten

- Gesamtauflage Zeitungen 4,5 Mrd. jährlich
- Geringe Zeitungsdichte: 150 Exemplare pro 1000 Einwohner (D: 630 / 1000)
- 47 % der erwachsenen Franzosen lesen täglich eine Zeitung
- Zeitungsnutzung Ø 12 Minuten täglich (D: 28 Minuten)
- Starker Zeitschriftenmarkt: 1350 verkaufte Exemplare / 1000 Einwohner (Nr. 1 in Europa)
- Auflage der Zeitschriften steigt, die der Zeitungen fällt kontinuierlich
- Publikumszeitschriften gehören mehrheitlich ausländischen Verlagen (1. GB, 2. D)

Auflagenzahlen

Nationale Tageszeitungen (verk. Auflage)
Le Parisien / Aujourd'hui
458.000
Le Monde
368.000
Le Figaro
365.000
Libération
161.000
Les Echos (Wirtschaft)
106.000
La Tribune (Wirtschaft)
72.000
L'Equipe (Sport)
384.000
     
Nachrichtenmagazine (verk. Auflage)
Le Nouvel Observateur
450.000
L'Express
430.000
Le Point
300.000
L'Evénement du Jeudi
200.000
     

Merkmale

Die Presselandschaft Frankreichs ist wie viele andere Kultur- und Gesellschaftsbereiche „zweigeteilt“: Paris mit den nationalen Zeitungen und die "Provinz" mit ihren Regionalzeitungen.
Enorme Konzentration der Regionalpresse (z.B. „Ouest-France“ deckt gesamte Bretagne konkurrenzlos ab)
Abwesenheit der Yellow Press: Zeitungen, die Boulevard-Elemente aufnahmen, scheiterten damit bei ihrer Leserschaft.
Politische Linie der Nachrichtenmagazine wechselt mit ihren Besitzern
Wirtschaftliche Krise der nationalen Zeitungen in den 90ern
sehr hohe Vertriebskosten (verschlingen 40 % des Verkaufspreises)
Rückläufiger Werbemarkt: Werbung sichert im Durchschnitt nur 38 % der Gesamteinnahmen (D: 66 %)
Hohe Verbraucherpreise
72 % Kioskverkauf
Akzeptanzschwierigkeiten bei den Tageszeitungen leiten Modernisierungsversuche ein

Internet

- Teletext-System Minitel seit 1980, proprietäres Netz, "konkurriert" mit dem Internet

- 20 % der Haushalte verfügen über ein Minitel-Gerät

- Bis zuletzt (2000) 18 Mio. Nutzer

- hohe Akzeptanz durch Französischsprachigkeit und Datensicherheit

- geplant ist die Einbindung des Minitel in das Internet

- Anfang 2000: Verkäufe über Minitel: 1,7 Mrd. Dollar; über Internet: 300 Mio. $ (!)


Anteil der Internetnutzer an der Bevölkerung

  Frankreich Deutschland
09 / 1997 1 % 4,7 %
03 / 2000 15,3 % 19,4 %


Top Ten der am stärksten genutzten Sites

Classement des 10 premiers Domaines
Jupiter MMXI Juin, 2001

 

France, panel à domicile

 

Visiteur Unique (000)

Digital média reach %

Rang Mai 01

Rang Juin 01

Total Digital Media

8 444

100,0

1

1

WANADOO.FR

4 427

52,4

2

2

FREE.FR

3 106

36,8

3

3

LIBERTYSURF.FR

2 829

33,5

4

4

MULTIMANIA.COM

2 517

29,8

7

5

MICROSOFT.COM

2 418

28,6

5

6

YAHOO.FR

2 403

28,5

8

7

VOILA.FR

2 152

25,5

9

8

YAHOO.COM

1 931

22,9

10

9

LYCOS.FR

1 915

22,7

11

10

AOL Proprietary

1 838

21,8


Nutzungszeit für Anwendungen (blau) und für das WWW (rot)




Anteil der E-Commerce-Nutzer an den Internutzern

 

End 1998

End 1999

Number of e-commerce users

210 000 (1)

1 415 203 (1)

Number of e-commerce users per 100 inh

 

2 (2)

Nb of E-commerce users / nb of Internet users

 

16 (2)


Kino

Anzahl der Kinosäle 1998: 4770 (D: 4240)

Anzahl Kinobesuche pro Jahr 1999: 155 Mio. (D: 149 Mio.)

Marktanteil der nationalen Kinoproduktionen 1998: 35 % franz. Produktionen (D: 8,1 % dt. Produktionen)

Marktanteil der US-Produktionen 1998: 54% US-Produktionen (D: 85,4 %)

Quellen

Hans-Bredow-Insititut für Rundfunk und Fernsehen an der Universität Hamburg (2000): "Internationales Handbuch für Rundfunk und Fernsehen".

Europäische Audiovisuelle Inforationsstelle (1999): "Statistisches Jahrbuch. Filmindustrie, Fernsehen, Video und Neue Medien in Europa".

Klaus Kempf (1999): "Von de Gaulle bis Chirac. Das Politische System Frankreichs“

Marieluise Christadler; Henrik Utterwede (1999): "Länderbericht Frankreich“

Gisela Müller-Brandeck-Bocquet; Patrick Moreau (1999) : "Frankreich. Eine Politische Landeskunde“

Franz. Außenministerium: http://www.france.diplomatie.fr/france/de/edu

Médiamétrie: http://www.mediametrie.fr

Jupiter MMXI: http://fr.jupitermmxi.com/data

Global Reach: http://www.euromktg.com/gbc/fr/french.php3


NUA Internet surveys: http://www.nua.ie